Main-Echo, 13.August 2007

Feuer und Eis
Friends in High Places bezaubern im Aschaffenburger Arkadenhof

Aschaffenburg. Friends in High Places scheinen wirklich gute Freunde "da oben" zu haben. Denn am Samstag ist endlich Schluss mit dem Schmuddelwetter. Der für Regen angesagte Umzug ins Jukuz ist nicht nötig und die rund 200 Menschen im Publikum können einen Sommerabend der Extraklasse im Arkadenhof genießen. Während es langsam dunkel wird und die Sterne zwischen dünnen Wolkenschleiern aufgehen, beschwört Uli Pfeifers weiche Altstimme poetische Bilder von Glück und Melancholie, von Freiheit und Vergänglichkeit herauf.
Ungemein vielseitig
Die Aschaffenburger Bassistin und Sängerin, die auch in der Ethno-Funk-Band "Kick la Luna" mitspielt und im Hintergrund singt, ist ungemein vielseitig. Soul und Blues sind in ihrer beweglichen Stimme, doch auch die Kühle und Distanz des Jazz. Mitunter brechen die Beredtheit und Eigenwilligkeit einer Chansonsängerin durch. "Man sucht nach dem großen Glück und oft liegt es doch in Kleinigkeiten", sagt sie mit einem scheuen Lächeln, bevor sie "So many things"anstimmt.
Die Leidenschaft Lateinamerikas schimmert kurz auf zu Beginn der Gitarrenbegleitung von Oliver Kraus. Doch Pfeifers Partner im Songwriter-Duo beherrscht ebenfalls die Kunst der Balance zwischen Emotion und Entspanntheit; in diesem Fall klingt das nach Latin Jazz pur. Sängerin und Gitarrist ergänzen sich perfekt, spielen einander einschmeichelnd relaxte Melodieneinfälle, zwischen Dur und Moll changierend, mit federleichter Hand zu.
Schwer wie bange Herzschläge
Doch auch Schmerz und Melancholie bringen sie in eine unter die Haut gehende Form. Schwer wie bange Herzschläge ist der Rhythmus von "Old Lady". Pfeifer hat das Lied ihrer "Adoptiv-Oma"gewidmet, die heuer 103 Jahre alt geworden wäre. Dann wieder Tagträume, die den Zuhörer weit weg von allen Sorgen tragen. Um den Traum vom Fliegen geht es in "Free like a bird". Christiane Sattler am Keyboard lässt mit ihren geschmeidigen, schnellen Fingern Piano-Kaskaden wie Wassertropfen aufglitzern. Angela Frontera am Schlagzeug imitiert Meeresrauschen.
Die Brasilianerin Frontera, eine Weltklassemusikerin, nimmt sich zurück im ersten Teil des Abends, der den leiseren, zurückhaltenderen Beiträgen gewidmet ist. Doch ahnt man etwas von der Anspannung, mit der sie die Energie des Sambas unter Verschluss hält. Nach der Pause dann die Befreiung. "Time for my own Blues Liberation" singt Pfeifer, wie zur Aufforderung, bevor sie zusammen mit Frontera Joni Mitchells Traum von einem Traumland mitreißend persönlich interpretiert.
Beide Frauen entfesseln ein rhythmisches Feuerwerk, Pfeifer auf dem Holz ihrer Bassgitarre, Frontera mit dem Pandeiro, einer kleinen brasilianischen Schellen-Handtrommel. Wenn eine Meisterin wie Frontera es spielt, ersetzt es ein ganzes Schlagzeug: Die Zuhörer sind fasziniert.
"Ich will leben"
"Quero viver", ich will leben, fordert Pfeifer auf Portugiesisch, nun wieder von allen drei Musikern begleitet, eingehüllt in pulsierende Klangfülle. Latin-Feuer schlägt nun auf der ganzen Linie durch. "Por que te quiero", eine Liebeserklärung auf Spanisch, "a little Samba" mit virtuoser Lautmalerei, bevor die Zuhörer mit einem Gutenachtlied heim geschickt werden, mit Stings "Fragile" auf Spanisch, zerbrechlich schön und kostbar wie ein unvergesslicher Moment des Glücks. Melanie Pollinger

 

Gießener Allgemeine 30. September 2005

Dunkles Timbre, virtuose Soli und ein charmantes Lächeln

Lich (vh).. Im Frühjahr gastierte der HR-Moderator Volker Rebell unter dem Slogan „Reim & Rhythmus“ durchs Hessenland und gastierte auch im „Traumstern“. Damals verzückte das Songwriterduo „Friends In High Places“ mit sanften eingängigen Balladen. Am Mittwoch kehrten die „Friends“ zu einem weiteren Auftritt nach Lich zurück.
Uli Pfeifer (Gesang, Bass) und Oliver Kraus (Akustikgitarren) sind kongeniale Partner und sie ergänzen sich hervorragend. Pfeifer, eine Frau die in Nullkommanichts das geheimnisvoll-charmanteste Lächeln um die Mundwinkel hervorzaubern kann, verfügt über ein ungewöhnlich dunkles Timbre in der Stimme. Voll und warm transportiert sie Eigenkompositionen des Duos über Leben, Liebe, Leidenschaft. Die Texte auf Englisch. Mit Leidenschaft an der Gitarre begleitet Kraus und kann sich als Begleitmusiker ganz auf rhythmische Vielfalt konzentrieren.
Einer wie er beschäftigt sich mit modernem Jazz, mit Blues, brasilianischer und kubanischer Musik. Virtuose Soloeinlagen werden geschickt eingeflochten, jedoch nicht zu Showeffekten missbraucht. Kraus’ ausgefeilte Spieltechnik ermöglicht es ihm, Rhythmus und Melodie volltönend voneinander zu separieren. Die Soloeinlage „Blues for Bela“ war ein schönes Beispiel.
Die Eigenkompositionen des Duos laden ein, die noch unerfüllten Lebensträume zu verwirklichen, sie schildern das Verlassensein nach einer Liebesaffäre oder fordern auf, mutig Herausforderungen anzunehmen: „Heaps Of Challenges“ (so heißt auch die Debut-CD). Uli Pfeifer trat bisher als Bassistin und Komponistin der Ethno-Funk-Formation „Kick La Luna“ in Erscheinung, Kraus war zuletzt mit seinem Gitarre/Bassprojekt „Just Friends“ unterwegs.


Saarbrückener Zeitung 28.1.2006

Eigenwillige Musik voller Intimität und Wärme
Konzert der Reihe „Carbon & Stahl“ im Festsaal des Alten Rathauses in Völklingen

Völklingen (et) Ein leichter Hang zum Blues kennzeichnete das jüngste Konzert in der Völklinger Gitarren-Reihe „Carbon & Stahl“. Die Zuhörer, die am Donnerstag in den Festsaal des Alten Rathauses gekommen waren, erlebten Uli Pfeifer und Oliver Kraus. Als Duo „Friends In High Places“ bewegen sich die beiden in einem weiten musikalischen Feld, das von Soul, Jazz, Latin, Pop bis eben zum Blues reicht. Das raffiniert aufeinander abgestimmte Spiel der Aschaffenburger Bassistin Pfeifer und des Frankfurter Gitarristen Kraus besticht, man hört intime Songs, meist vom Album „Heaps of Challenges“.
Eingängig wirken die Stücke des Duos. Auch eigenwillig. Und sie kommen, dank der souligen Alt-stimme Pfeifers beim Publikum mehr als überzeugend an. „Heaps of Challenges“ etwa, der Titelsong, handelt von einem Riesenberg an Herausforderungen, den es – mit entsprechendem Lebensmut und positiver Kraft – zu bewältigen gilt. Ein anderes Stück berichtet von Pfeifers Adoptiv-Oma, die in den 102 Jahren ihres Lebens ebenfalls viel geleistet hat. Was vor Trauer nicht schützt. Aber das Publikum kommt mit coolem Swing und aufregend frischen lateinamerikanischen Rhythmen auch auf andere als bluesige Weise auf seine Kosten. Wer Musik voll Intimität, Wärme und Nähe schätzt, war hier goldrichtig.
Pfeifer / Kraus waren übrigens nicht zum ersten Mal in Völklingen; sie haben bereits 2004 am damaligen Wettbewerb Voice & Guitar mit Erfolg teilgenommen.


Main-Echo vom 6./7. August 2005
Leichter Hang zum Blues
Friends in High Places im Aschaffenburger Arkadenhof


Am Anfang war die Stimme. Warm. Treffend. Nicht durchdringend, sondern genau ins Rückenmark, irgendwo zwischen Hirn und Bauch. Danach fällt dem Zuschauer Uli Pfeifers gewinnendes Lächeln auf. Und dann ist es um das Publikum schon geschehen: Das perfekt abgestimmte Spiel der Aschaffenburger Bassistin und des Frankfurter Gitarristen Oliver Kraus ist nur noch das Sahnehäubchen auf einem besonderen Konzertabend.
Zu ihrem Auftritt im Arkadenhof am Mittwoch brachten die beiden »einflussreichen Freunde« einen Querschnitt aus dem aktuellen Album »Heaps of Challenges« mit. Gleich zu Beginn präsentierten sie - nach »Friends in High Places« - ihren ersten gemeinsam komponierten Titel »Secrets«. Eingängig sind die Stücke des Duos, aber auch eigenwillig. Freundschaft und Liebe beschreibt die volle Alt-Stimme von Uli Pfeifer genauso berührend wie die Einsamkeit einer alten Dame, der der Titel-Song des Albums gewidmet ist.
Pfeifers »Adoptiv-Oma«, wie sie diese liebevoll nennt, hat in den 101 Jahren ihres Lebens eine ganze Menge Herausforderungen bewältigt - aber die »Heaps of Challenges« hinter sich zu lassen schützt nicht vor Trauer. Den Blues hat auch Oliver Kraus im Blut. In einem Solo gab er mit dem »Blues for Bela« gleichermaßen eine Kostprobe seiner Virtuosität und seines Rhythmusgefühls. Ein Blues im 7/8-Takt ist schon nicht jedermanns Sache. Aber der 7/4-Takt im folgenden Lied dürfte tatsächlich eine Weltneuheit gewesen sein. Ein bisschen erinnerte das an die Titelmelodie von »Löwenzahn« - aber Gast-Schlagzeugerin Angela Frontera und Pianistin Christiane Sattler hatten dabei sichtlich ihren Spaß.
Der zweite Teil des Konzerts war geprägt von lateinamerikanischen Rhythmen - ganz besonders von einem eindrucksvollen, mehrere Minuten langen Schlagzeugsolo der Brasilianerin Frontera, dem ihre Band-Kollegen fast .noch mehr Respekt zollten als das Publikum.
Das Fazit des Abends verpackten die »Friends« in einen Song: »Happy to be
here« war der letzte Titel des Programms.
Nur in der Zugabe kam er dann wieder durch, der laut Kraus »ganz leichte« Hang zum Blues. Stings »It's probably me« wurde kurzerhand uminterpretiert – aber diese Spielweise passt erstaunlich gut zum Text.
Silvia Maier

Akustik Gitarre 5/04 September/Oktober

„Heaps Of Challenges" CD Rezension

Das Duo „Friends in High Places", bestehend aus der souligen Sängerin und Bassistin Uli Pfeifer und dem virtuosen Akustikgitarristen Oliver Kraus, besticht durch ein breites Spektrum zwischen Soul, Jazz und Latin. Uli Pfeifer bediente bislang vornehmlich den Bass bei der Frankfurter Ethno-Funk-Band „Kick la Luna". Hier darf sie nun endlich ihre gesanglichen Talente voll zur Geltung bringen. Neben „Lunazul" ist „Friends in High Places" bereits das zweite gitarrengeprägte Duo, das sich aus „Kick la Luna" entwickelt hat. Ein Song von Tuck & Patti stand Pate bei der Namensgebung von „Friends in High Places". Ähnlich wie das amerikanische Duo setzen die beiden auf intime Songs mit instrumentalen Raffinessen. Pfeifer hat eine tiefe Stimme mit viel Präsenz und Kraus' Gitarrenspiel ist von brasilianischer Musik und Jazz geprägt.
Die beiden sind immer dann am besten, wenn sie sich zu kleinen Unisono-Passagen treffen, Pfeifer zum Gitarrenspiel scattet oder sie wie in „The Same Old Thing" über ihr übliches Arrangement hinausgehen. Hier spielt Kraus Akkordeon zu einer coolen Swing-Nummer mit Tango-Feeling. Bei seinem Solo-Stück „Blues For Bela" macht Oliver Kraus mit seinen Gitarrenimprovisationen einfallsreich aus dem Blues ein Latin-Stück. Sein komplexes Rhythmusspiel hebt sich derart geschickt von seinem Solospiel ab, dass man fast den Eindruck hat, hier spielen zwei Gitarristen. Das spricht für ihn und ein paar mehr Kostproben seines Könnens wären durchaus angebracht gewesen.
Ein viel versprechendes Album, denn zwei versierte InstrumentalistInnen überzeugen letztlich live mehr als nur eine Sängerin mit Begleitung, -hjl


Volker Rebell - HR1 SchwarzWeiß 5/2004

"Jedes Newcomer-Projekt sieht sich damit konfrontiert. "Haufenweise Herausforderungen", die der Titel des Debutalbums "Heaps of Challenges" benennt, sind dazu da bewältigt zu werden. Die beiden "Friends ..." stellen sich den musikalisch selbst erwählten Herausforderungen nicht nur, die beiden meistern sie auch mit Bravour. Vom hübschen, hitverdächtigen "Secret" bis zur bluesigen Jazzballade "Happy to be here" (mit einem hörenswerten Bass-Solo) beeindruckt das Album durch den souveränen Gesang von Uli Pfeifer, durch die profunde Musikalität der beiden und durch die Reife und Klasse der Eigenkompositionen."

Detlef Kinsler - Journal Frankfurt 5/2004

"Pfeifers Gefühl für Latin und Funk, bestimmen das Repertoire aus groovigem Songwriter-Pop, der vor allem auch durch die unverdorbene Stimme lebt. Hier geht es nicht um Virtuosität und Artistik, sondern um eine ganz direkte, emotionale Ansprache, was Uli Pfeifer mit ihrem leicht rauhem Timbre mühelos gelingt... Wer Musik voll Intimität, Wärme und Nähe schätzt, kommt bei Friends in High Places auf seine Kosten.

Stefan Reis - Main-Echo 4/2004

»Heaps of Challenges« heißt die gemeinsame CD von Uli Pfeifer und Oliver Kraus, die sie mit ein bisschen Hilfe von Freunden eingespielt haben und die Anfang Mai erscheint. Die beiden langjährigen "Friends" finden mit den darauf enthaltenen 13 Eigenkompositionen sowie zwei Coverversionen zu einer eher persönlichen Seite ihrer Musikalität...Die die Friends in High Places elegant bestehen. Zwar kann gerade Uli Pfeifer ihren Hang zur Latin-Rhythmik und ihre Herkunft in einer Ethno-Funk-Band nicht verbergen, »Heaps of Challenges« lebt allerdings erheblich von seinem Facettenreichtum: Über weite Strecken des Albums fließen die Lieder in einem ruhigen Fluss an Melodien, ist das Eintauchen in die Musik entspannende Seelenmassage - und komponiert Uli Pfeifer wie »In Your Eyes« bisweilen wunderschöne Wortbilder, denen sie mit ihrer warmen Soulstimme Atmosphäre schenkt.